Raphaela Gromes

Es ist kein Wunder, dass Raphaela schon alle Stücke auswendig singen konnte, als sie als Vierjährige mit dem Cellospiel begann. Denn durch die Konzerte ihrer Eltern, die als Nymphenburger Celloduo noch bis zu dem Tag ihrer Geburt musizierten, war das Cellorepertoire von Anfang an Teil ihres Lebens. Raphaela war eifersüchtig auf die Schüler ihrer Eltern und begann mit dem festen Vorsatz, bald schon selbst auf der Bühne zu stehen und die geliebten Werke aufführen zu dürfen. Sie spielte sofort alles nach ihrem Gehör, Notenlesen kann sie bis heute nicht richtig. Dafür ist das Cello zu einem natürlichen Körperteil von ihr geworden und auf der Bühne ist sie seit jeher in ihrem Element.

Rebellisch wurde sie, als sie als Vierzehnjährige ihren ersten großen Auftritt mit Orchester nicht etwa mit einem der Solowerke aus dem klassischem Cellorepertoire hatte, sondern mit Guldas Cellokonzert, mit Verstärker und begleitet von einem Blasorchester. Seither erhielt sie auch nicht mehr von ihrer Mutter Unterricht, sondern setzte ihre Ausbildung 2007 bei Prof. Bruns in Leipzig als Jungstudentin fort. Nebenbei besuchte sie das musische Gymnasium, wo sie allerdings die wenigste Zeit damit verbrachte, die Schulbank zu drücken. Stattdessen trat sie als Solistin mit verschiedenen Orchestern auf und reiste beispielsweise 2009 mitten im Schuljahr für drei Wochen nach Südafrika, um dort Konzerte zu geben. Entlassen wurde sie trotzdem mit einem tollen Abitur. Wer weiß, wie sie an die richtigen Lösungen für die Matheaufgaben kam…

Im Herbst 2010 begann Raphaela Gromes mit ihrem Studium bei Wen-Sinn Yang in München, wofür sie die Unterstützung der Studienstiftung des deutschen Volkes erhielt – eine von mehreren Auszeichnungen im Laufe ihres Studiums. Für ihre zahlreichen Auftritte in großen Sälen und mit Orchestern wie den Münchner Symphonikern oder Kammermusikpartnern wie Mischa Maisky ließ sie sich insbesondere von David Geringas und Wolfgang Boettcher inspirieren.

Ihrem Nest in Freising entflieht sie nun zum ersten Mal für längere Zeit 2013 – für ein Erasmusjahr in Wien bei Reinhard Latzko.

Cécile begann in frühster Kindheit damit, Musik zu machen – ihrer Grossmutter, Mutter und Schwester nachzueifern und ebenfalls Violine zu spielen, wäre ihr jedoch zu konform gewesen. Ausserdem war es Liebe auf den ersten Blick mit ihrem 1/8-tel-Cello, welches sie liebevoll „Tina“ nannte.

Laut Wolfgang Boettcher verfügt die „hervorragende Cellistin“ über eine „gut funktionierende Technik“ und einen „besonders schönen Celloton“. Sie hat aber vor allem viel zu erzählen und kann mit einer einzigen musikalischen Phrase mehr ausdrücken, als mancher Politiker in einer ganzen Rede. Es wird auch ziemlich schnell klar, dass sie in ihrem Leben nicht in erster Linie nur geübt hat, sondern sich auch für viele andere spannende Dinge interessiert. Tatsächlich reiste die aus Zürich stammende Cécile Grüebler einmal um die Welt (wohlgemerkt ohne Cello), nachdem sie ihren Master of Performance bei Thomas Grossenbacher in Zürich mit Auszeichnung und aussschließlich Bestnoten absolviert hatte. Ihre Liebe zum Reisen in Verbindung mit ihrem Beruf hatte sie ausserdem unter anderem mit drei erfolgreichen Tourneen nach Südamerika gebracht sowie von Mexiko nach Hawaii auf dem Luxuskreuzfahrtschiff „MS Europa“.

Internationale Wettbewerbe hat sie bisher keine gewonnen, was daran liegen könnte, dass sie Béla Bartóks Ansicht „Competitions are for horses, not artists“ voll und ganz teilt.

Musikalische Vielseitigkeit ist bezeichnend für die Cellistin. So hat sie beispielsweise an der Zürcher Hochschule der Künste im Variantfach Jazzcello studiert und ist unter anderem Mitglied der Musicalcompany “Quickchange”, ebenso stellt sie ihr Cellospiel regelmässig für diverse Studioaufnahmen zur Verfügung (u.a. für London und Los Angeles).

Neue Inputs bekommt sie  auf Meisterkursen wichtiger Cellisten wie Wolfgang Boettcher, Wen-Sinn Yang, Troels Svane, Claude Starck und Alexander Rudin. Seit Herbst 2012 setzt sie ihre Studien bei Conradin Brotbek in Bern und Stuttgart fort, gibt Konzerte im In- und Ausland und tritt sowohl als Solistin mit verschiedensten Orchestern wie auch als gefragte Kammermusikpartnerin auf. Gut, dass sie das Reisen liebt, denn mehr als zwölf Stunden verbringt sie wohl selten an demselben Ort.